Im ersten Teil dieser Serie hast du gelernt, warum Pinterest eine Suchmaschine ist und wie der Pinterest-Algorithmus funktioniert. Jetzt wird es richtig praktisch!
Denn das Wissen allein bringt dir noch keine Reichweite.
Du brauchst die richtigen Keywords und musst diese an den entscheidenden Stellen einsetzen, damit Pinterest deine Inhalte genau den Menschen zeigt, die danach suchen.
Die gute Nachricht: Für die Pinterest Keyword-Recherche brauchst du keine teuren Tools und auch kein technisches Vorwissen. Alles, was du brauchst, steckt direkt in Pinterest. Ich zeige dir heute vier Methoden, mit denen du in wenigen Minuten eine solide Keyword-Liste erstellen kannst und erkläre ich dir alle neun Stellen, an denen du diese Keywords gezielt einsetzen kannst.
Lass uns loslegen!
Was sind Pinterest Keywords?
Pinterest Keywords sind die Begriffe, die Nutzer in die Pinterest-Suchleiste eingeben, wenn sie nach etwas suchen. Pinterest analysiert diese Suchanfragen und zeigt passende Pins an. Genau deshalb sind Keywords das Herzstück jeder guten Pinterest-Strategie.
Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Arten von Keywords:
Short-tail Keywords
Das sind kurze, allgemeine Suchbegriffe wie Pinterest Marketing oder Rezepte. Sie werden sehr oft gesucht, aber der Wettbewerb ist entsprechend hoch. Mit Short-tail Keywords allein ist es schwer, als neues Profil weit oben zu erscheinen.
Long-tail Keywords
Long-tail Keywords sind länger und spezifischer: Pinterest Marketing für Anfänger oder schnelle Abendessen Rezepte gesund. Sie werden seltener gesucht, aber von Menschen mit einer viel konkreteren Absicht – und genau das macht sie so wertvoll. Die Konkurrenz ist geringer, die Relevanz höher.
Die beste Pinterest-Strategie kombiniert beide Typen: Short-tail Keywords und Long-tail Keywords.
Methode 1: Pinterest Autosuggest
Die Autosuggest-Funktion ist meine absolute Lieblingsmethode für die Keyword-Recherche auf Pinterest – und das aus gutem Grund: Sie zeigt dir in Echtzeit, wonach deine Zielgruppe wirklich sucht. Kein Tool der Welt kann das besser als Pinterest selbst.
So funktioniert es:
- Schritt 1: Klicke in die Pinterest-Suchleiste – wichtig: noch kein Enter drücken!
- Schritt 2: Gib dein wichtigstes Thema ein, zum Beispiel Rezepte oder einen Begriff aus deiner Nische.
- Schritt 3: Direkt unter der Suchleiste erscheinen Vorschläge. Das sind echte, aktuelle Suchanfragen von Pinterest-Nutzern.
- Schritt 4: Notiere alle relevanten Vorschläge in einer Liste.
- Schritt 5: Wiederhole das Ganze mit Variationen deines Keywords, wie beispielsweise Rezepte für…
Bonus-Tipp: Die ABC-Methode für noch mehr Keywords
Sobald du die Autosuggest-Vorschläge für deinen Hauptbegriff gesammelt hast, kannst du noch einen Schritt weiter gehen – mit der sogenannten ABC-Methode. Dabei gibst du deinen Suchbegriff ein und hängst anschließend jeden einzelnen Buchstaben des Alphabets an. So entdeckst du Keyword-Kombinationen, die dir die normale Autosuggest-Suche gar nicht gezeigt hätte.
Statt also nur nach Rezepte für zu suchen, tippst du: Rezepte a, Rezepte b, Rezepte c – und so weiter.
Für jeden Buchstaben erscheinen neue Vorschläge, die du sonst nie entdeckt hättest.
Methode 2: Guided Search
Kennst du die bunten Kategorie-Buttons, die nach einer Suche direkt unter der Suchleiste erscheinen? Das ist die sogenannte Guided Search und sie ist eine der am meisten unterschätzten Funktionen auf Pinterest.
Nachdem du einen Begriff gesucht hast, schlägt Pinterest thematische Unterkategorien vor.
Diese Buttons zeigen dir, in welche Richtungen Nutzer ihre Suche weiter verfeinern. Das ist unglaublich wertvoll für deine Long-tail Keyword-Recherche!
Ein Beispiel:
Wenn du nach Wohnzimmer suchst, erscheinen Ideen wie Ideen gemütlich, Ideen modern oder Inspiration. Jede dieser Kombinationen ist ein potenzielles Long-tail Keyword für deine Pins und Boards.
Warum das so gut funktioniert:
Diese Methode dauert keine 5 Minuten und liefert dir eine fertige Long-tail Keyword-Liste. Und das Beste: Diese Keywords haben nachweislich Suchvolumen, weil Pinterest sie selbst vorschlägt – kein Raten nötig!
Methode 3: Pinterest Trends
Pinterest Trends ist ein kostenloses Tool von Pinterest, das dir zeigt, welche Suchbegriffe gerade besonders beliebt sind. Inklusive historischem Verlauf über mehrere Monate und Jahre.
Du findest es unter trends.pinterest.com.
Dort kannst du beliebige Keywords eingeben und sofort sehen,
wann sie besonders stark gesucht werden.
Warum ist das so wichtig?
Weil Pinterest-Nutzer frühzeitig planen. Wer im Oktober nach Weihnachtsgeschenken sucht, tut das auf Pinterest oft schon im August oder September. Das bedeutet für dich: Wenn du mit deinen Inhalten erst im Dezember startest, verpasst du den Großteil der Reichweite.
Meine Empfehlung:
Die Faustregel lautet: Auf Pinterest 6 Wochen früher starten als auf anderen Plattformen. Wenn du also im November einen starken Peak erwartest, fang Mitte bis Ende September an zu pinnen.
Pinterest Trends ist nach Ländern filterbar. Du kannst also gezielt nach Trends im deutschsprachigen Raum suchen. Das ist besonders hilfreich, wenn deine Zielgruppe hauptsächlich im DACH-Raum sitzt.
Methode 4: Analyse erfolgreicher Accounts in deiner Nische
Die vierte Methode ist weniger ein Tool als eine Beobachtungsstrategie und sie ist besonders wertvoll, weil du dabei nicht nur Keywords sammelst, sondern auch Inspiration für deine Content-Strategie findest.
So gehst du vor:
- Suche auf Pinterest nach deinem Haupt-Keyword (beispielsweise: Online Marketing)
- Schau dir die Top-Pins an: Welche erscheinen ganz oben? Was haben sie gemeinsam? Welche Begriffe tauchen in Titeln und Beschreibungen immer wieder auf?
- Klicke auf die Profile hinter den Top-Pins und schau dir deren Pinnwand-Namen und Pinnwand-Beschreibungen an – hier stecken oft die besten Keywords
- Notiere alles, was relevant ist und prüfe, welche dieser Keywords gut zu deinem Business passen
Meine Empfehlung:
Wähle für diese Analyse 3–5 gut aufgestellte Accounts in deiner Nische aus. Nicht unbedingt die allergrößten, sondern solche, die ähnliche Inhalte wie du teilen und offensichtlich organisch wachsen. Das zeigt dir, welche Keywords wirklich funktionieren.
Wichtig dabei: Das Ziel ist Inspiration, kein Kopieren. Entwickle deine eigene Keyword-Liste und deine eigene Stimme. Das ist auf Dauer deutlich wertvoller als das Nachahmen anderer Profile.
Wo setzt du deine Keywords ein?
Alle 9 Stellen auf Pinterest
Jetzt kennst du vier Methoden, um deine Keywords zu finden.
Aber weißt du auch, wo genau du sie einsetzen sollst?
Das ist der zweite entscheidende Schritt. Denn nur Keywords, die an den richtigen Stellen stehen, werden vom Pinterest-Algorithmus auch wirklich erkannt.
Es gibt insgesamt neun Stellen auf Pinterest, an denen Keywords wirken.
Ich unterteile sie in zwei Gruppen: die sechs Hauptstellen, die du bei jeder Veröffentlichung optimieren solltest, und drei weitere Stellen, die viele übersehen – aber ebenfalls einen echten Unterschied machen können.
Die 6 Hauptstellen:
Stelle 1: Dein Profilname
Dein angezeigter Name ist die erste Stelle, die Pinterest erkennt.
Nutze ihn nicht nur für deinen Namen, sondern ergänze ihn um ein relevantes Keyword. Statt einfach nur deinen Vornamen oder deinen Businessnamen einzutragen, positionierst du dich so direkt als Expertin und der Begriff erscheint in der Suche.
Wenn du zum Beispiel als Online Managerin arbeitest, zeige das direkt in deinem Profilnamen.
Beispiel: Anni | Online Marketing Managerin
Stelle 2: Deine Profil-Beschreibung
Die Profil-Beschreibung ist dein kleines Schaufenster auf Pinterest.
Hier hast du Platz für einen kurzen Text, der erklärt, wer du bist, was du anbietest und gleichzeitig Keywords enthält. Wichtig: Schreib für Menschen, nicht für den Algorithmus. Wer dein Profil besucht, soll sofort verstehen, warum er hier richtig ist.
Beispiel: Ich helfe Selbstständigen und Onlineshops dabei, mit Pinterest Marketing dauerhaft sichtbar zu werden – organisch, strategisch und ohne Werbebudget.
Stelle 3: Deine Pinnwand-Titel
Pinnwand-Namen sind einer der stärksten SEO-Hebel auf Pinterest und werden gleichzeitig am häufigsten verschenkt. Kreative oder persönliche Namen mögen nett klingen, werden aber kaum gesucht. Benenne deine Pinnwände stattdessen klar und keyword-orientiert.
Beispiel: Pinterest Marketing für Anfänger
Stelle 4: Deine Pinnwand-Beschreibungen
Dieses Feld lassen die meisten komplett leer – ein riesiges verschenktes Potenzial! Pinterest nutzt die Pinnwand-Beschreibung, um zu verstehen, wofür deine Pinnwand relevant ist. Schreibe einige Sätze, die das Thema der Pinnwand erklären und dabei natürlich Keywords einbauen.
Beispiel für eine Pinnwand zum Thema Pinterest Marketing: Hier findest du Tipps, Strategien und Anleitungen rund um Pinterest Marketing. Von der Keyword-Recherche über die Pin-Erstellung bis zur Auswertung deiner Pinterest Analytics.
Stelle 5: Deine Pin-Titel
Der Pin-Titel ist die Überschrift deines Pins und Pinterest zeigt davon die ersten ca. 100 Zeichen an. Dein Fokus-Keyword sollte möglichst am Anfang des Titels stehen. Gleichzeitig sollte der Titel für Leser klar und ansprechend sein.
Beispiel: Pinterest SEO erklärt: So wirst du auf Pinterest gefunden
Stelle 6: Deine Pin-Beschreibungen
Die Pin-Beschreibung bietet dir Platz für 500 Zeichen. Nutze davon am besten 100 bis 300.
Schreibe natürlich und informativ, baue relevante Keywords ein und schließe mit einem CTA ab.
Beispiel: Pinterest ist mehr als eine Plattform für schöne Bilder. Es ist eine visuelle Suchmaschine! In diesem Blogbeitrag erkläre ich dir, wie Pinterest SEO funktioniert und warum das für dein Business so wichtig ist. Jetzt lesen!
3 weitere Stellen, die viele übersehen:
Zusätzlich zu den sechs Hauptstellen gibt es drei weitere Bereiche, an denen Keywords auf Pinterest eine Rolle spielen und die leider von den meisten völlig ignoriert werden. Wer sie kennt und nutzt, hat einen echten Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
Stelle 7: Der Text auf deiner Pin-Grafik
Das wissen die wenigsten: Pinterest liest den Text auf deinen Pin-Grafiken aus!
Die Bilderkennungstechnologie von Pinterest analysiert, welche Wörter auf einem Bild zu sehen sind und bezieht diese Information bei der Ausspielung mit ein.
Das bedeutet konkret: Wenn auf deiner Pin-Grafik der Text Pinterest SEO erklärt steht, erkennt Pinterest diesen Begriff und kann deinen Pin entsprechend einordnen und ausspielen. Nutze Keywords also nicht nur in Titel und Beschreibung, sondern direkt als Textoverlay auf deiner Grafik.
Der Text auf dem Pin hilft dem Algorithmus und erklärt dem Nutzer gleichzeitig sofort, worum es geht. Gestalte deine Grafiken also immer mit einem aussagekräftigen Titel!
Stelle 8: Der Dateiname deines Pins
Dieser kleine Tipp wird so gut wie immer vergessen, obwohl er absolut nichts kostet außer 10 Sekunden Zeit. Benenne deine Bild-Dateien vor dem Hochladen mit relevanten Keywords!
Wenn du eine Grafik für einen Artikel über Pinterest SEO erstellst, solltest du die Datei nicht einfach willkürlich benennen. Nenne sie stattdessen beispielsweise so: pinterest-seo-anleitung.png oder pinterest-keywords-finden.png.
Dateinamen werden von Suchmaschinen und auch von Pinterest als Signal für den Inhalt des Bildes ausgelesen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber es ist einer dieser einfachen Optimierungen, die sich summieren und dir langfristig einen Vorteil verschaffen.
Beispiel: pinterest-seo-keywords-finden.png
Stelle 9: Der Alt-Text des Pins
Der Alt-Text ist ursprünglich für die Barrierefreiheit gedacht. Er beschreibt den Inhalt eines Bildes für Menschen, die es nicht sehen können. Gleichzeitig ist er aber auch ein SEO-Signal, das von Pinterest und Google gelesen wird.
Du kannst den Alt-Text direkt beim Hochladen eines Pins auf Pinterest eintragen oder über deinen Website-Beitrag setzen, falls du Pins direkt von deiner Website verlinkst. Beschreibe darin kurz und keywordreich, was auf dem Bild zu sehen ist und worum es in dem verlinkten Inhalt geht.
Beispiel: Infografik zu Pinterest SEO. Die 9 wichtigsten Stellen für Keywords auf Pinterest.
Die 5 häufigsten Fehler bei Pinterest Keywords und wie du sie vermeidest
Zum Abschluss noch ein paar wichtige Hinweise:
Das sind die Fehler, die mir bei der Analyse von Pinterest-Accounts am häufigsten begegnen.
Mit diesem Wissen kannst du sie von Anfang an vermeiden!
Fehler 1: Keyword-Stuffing
Keywords einfach aneinanderzureihen ist keine gute Strategie.
Pinterest erkennt dieses Muster und bewertet es als Spam. Schreibe stattdessen natürlich und baue Keywords sinnvoll in echte Sätze ein.
Fehler 2: nur auf englische Keywords setzen
Wenn deine Zielgruppe im deutschsprachigen Raum sitzt, brauchst du deutschsprachige Keywords. Englische Keywords sprechen eine völlig andere Zielgruppe an. Das klingt offensichtlich, wird aber überraschend oft falsch gemacht.
Fehler 3: Nur Short-tail Keywords nutzen
Allgemeine Begriffe wie Marketing oder Rezepte sind gut für Sichtbarkeit, aber sie allein reichen nicht. Wer ausschließlich auf breite Keywords setzt, kämpft gegen riesige Accounts mit jahrelanger Autorität. Die Kombination mit Long-tail Keywords ist entscheidend, vor allem am Anfang.
Fehler 4: Keywords nur im Pin einsetzen
Viele optimieren ihre Pin-Titel und Pin-Beschreibungen, vergessen aber Profilname, Profil-Beschreibung, Pinnwand-Titel, Pinnwand-Beschreibungen und alle weiteren Stellen komplett. Das Fundament deines Accounts muss stimmen, damit die einzelnen Pins optimal ausgespielt werden.
Fehler 5: Keywords nie aktualisieren
Das Suchverhalten ändert sich. Was heute stark gesucht wird, kann in zwei Jahren weniger relevant sein und umgekehrt tauchen neue Begriffe auf. Überprüfe deine Keyword-Strategie mindestens einmal pro Jahr und passe sie an, wo nötig.
Keywords sind das Fundament deiner Pinterest-Sichtbarkeit!
Pinterest SEO klingt vielleicht erstmal technisch, aber wie du heute gesehen hast, ist es eigentlich ganz greifbar. Du brauchst keine Tools, kein Werbebudget und kein technisches Vorwissen.
Du brauchst die richtigen Keywords an den richtigen Stellen!
Lass mich kurz zusammenfassen, was du heute gelernt hast:
- 4 Methoden für die Keyword-Recherche: Autosuggest, Guided Search, Pinterest Trends und Konkurrenzanalyse – alle kostenlos und direkt auf Pinterest!
- 9 Stellen für Keywords: Profilname und -beschreibung, Pinnwand-Titel, Pinnwand-Beschreibungen, Pin-Titel, Pin-Beschreibung, Pin-Grafik, Dateinamen und Alt-Texte
- Die wichtigsten Fehler: Keyword-Stuffing, falsche Sprache, fehlende Long-tail Keywords, unvollständige Optimierung und keine aktuellen Keywords
Mein Tipp für dein nächstes To-do:
Fang klein an. Optimiere zuerst deinen Profilnamen und deine Beschreibung.
Das sind die zwei Stellen mit dem größten Einfluss auf die Gesamt-Sichtbarkeit deines Accounts und du kannst sie in wenigen Minuten anpassen.
Du möchtest dich um Keywords, Pins und Strategie nicht selbst kümmern?
Im Rahmen meines Pinterest Setups übernehme ich die gesamte Keyword-Recherche und die Optimierung deines Profils, deiner Pinnwände und deiner ersten Pins für dich. Oder ich begleite dich langfristig im Pinterest Management, sodass du dich voll auf dein Business konzentrieren kannst.




